Freiwillige Feuerwehr Markt Aindling

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Einmal Live dabei sein - Einsatzbericht eines First Responder`s


In den frühen Morgenstunden des 28.09.2011 wurden wir per Funkmeldeempfänger um 1:37 Uhr von der Integrierten Leitstelle (ILS) Augsburg zu einem Einsatz mit dem Stichwort „Cardia 4“ (Bewusstlose Person) alarmiert. Unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eilten wir mit dem Privat-PKW mit Warnblinkanlage, Dachschild „FEUERWEHR im Einsatz“ und leicht überhöhter Geschwindigkeit zum Feuerwehrhaus und besetzten das Einsatzfahrzeug Florian 79/1 und rückten um 1:39 Uhr aus.

Um 1:41 Uhr sind wir am Einsatzort in Todtenweis eingetroffen. Bepackt mit Notfallrucksack, AED (Automatischer Externer Defibrillator), elektrischer Absaugung, Sauerstoffftasche und Decke haben wir uns auf den Weg in das Einfamilienhaus gemacht.

Dort haben wir einen ca. 75 jährigen, männlichen Patienten, schläfrig, mit verzögerter Reaktion auf Ansprache und in halbaufrechter Position sitzend vorgefunden. Bei Befragung der Ehefrau war er schon beim Abendessen irgendwie komisch aber er hat sich nur unwohl gefühlt. Weitere Angaben haben wir zu diesem Zeitpunkt nicht gehabt.

Nach der ersten Anamnese mit Kontrolle der Bewusstseinslage, Blutdruckmessung (RR 150/95), Sauerstoffsätigung (SpO² 84%), Herzfrepuenz (HF 64) wurden die ersten Maßnahmen eingeleitet. Es wurde Sauerstoff über eine Sauerstoffmaske verabreicht, Patient entsprechend der Situation in Seitenlage gebracht, Blutdruck regelmäßig kontrolliert und für Wärmeerhalt gesorgt. Nachdem für uns die Ursache der Bewusstlosigkeit unklar war, haben wir eine Blutzuckermessung (BZ) durchgeführt. Bei der ersten Messung haben wir einen Wert von 28mg/dl festgestellt. Jetzt war der Verdacht für die Bewusstlosigkeit vermutlich gefunden „Hypoglykämie“ (Unterzucker). Trotz der Verabreichung von süßen Getränken über die Schleimhäute fiel der Patient in eine tiefere Bewusstlosigkeit und eine weitere Messung des Blutzuckerwertes war nicht mehr möglich. Es wurde weiter süße Getränke über die Schleimhäute verabreicht. Zeitgleich wurde ein venöser Zugang, eine Infusion und die Intubationsinstrumente für den Notarzt bereitgelegt. Der Notarzt aus Aichach traf um 1:55 Uhr ein, kurz darauf der Rettungswagen aus Augsburg.

Nach Übergabe mit Verlaufsbeschreibung an den Notarzt (NA) mit Äußerung der Verdachtsdiagnose „Hypoglykämie“ wurde die Verdachtsdiagnose vom NA bestätigt und sofort der bereitgestellt Zugang vom NA gelegt, die vorbereitet Infusion angeschlossen und durch den NA Glukose verabreicht. Bereits nach der ersten Gabe von Glukose kam der Patient wieder zu sich und war sehr überrascht über den Auflauf von Rettungskräften. Der NA schilderte ihm die Situation und äußerte, dass er aufgrund der schnellen Ersthilfe dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen ist. Bei einer erneuten Kontrolle des BZ war der Wert auf 43mg/dl gestiegen. Eine weitere Dosis Glukose wurde verabreicht, jetziger Wert 84mg/dl.

Da sich alle Werte wieder normalisiert hatten, entschied der NA, den Patienten in seiner gewohnten Umgebung zu belassen. Er legte den Eheleuten jedoch nahe, bei erneuten Problemen sofort den Notruf zu veranlassen und am nächsten Tag den Hausarzt aufzusuchen.

Um 3:25 Uhr meldeten wir uns bei der ILS wieder einsatzklar und fuhren zum Feuerwehrhaus. Am Feuerwehrhaus angekommen wurde die Sauerstoffflasche gewechselt, Verbrauchsmaterial zur BZ-Messung aufgefüllt, ein Einsatzprotokoll gefertigt und den Einsatz,bei einer Tasse Kaffee, noch mal nachbesprochen. Um 4:00 Uhr haben wir das Feuerwehrhaus verlassen.

Dieser Einsatzbericht soll Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeit der First Responder geben.

Der Ablauf des Einsatzes fand in diesem Rahmen statt. Es wurden lediglich persönliche Angaben, Datum und Uhrzeit verändert damit keine Rückschlüsse auf den Einsatzort erkennbar sind. Verantwortlich für den Text Cathleen und Peter Witzenberger.


Haben wir Ihr Intersse geweckt? Sie möchten auch gern mal dabei sein oder haben Fragen zum Aufgabengebiet, Ablauf eines First Responder Einsatz oder zur Ausbildung? 
Rufen Sie einfach unsere First Responder Vertretung unter der 0151 21339299 an oder senden eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Wir freuen uns auf Sie!