Freiwillige Feuerwehr Markt Aindling

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Rund um Hautflügler - Hymenoptera

Der Ordnungsbegriff Hautflügler kennzeichnet eine riesige Insektengruppe die nach ihren durchscheinenden häutigen Flügelpaaren benannt sind.

Kaum dem Urmeeren enstiegen, entdeckten diese Tiere, nach kurzer Landzeit den
nächsten Lebensraum den sie bis heute mit großem Erfolg nutzen. Einige haben im
Laufe ihrer Evolution auf ihre Flugfähigkeit verzichtet. Die Flügel bei den
Ameisenarbeiterinnen wären im Nest sehr hinderlich. So bleibt bei den Ameisen
das Fliegen nur den Königinnen und den Männchen beim Hochzeitsflug vorbehalten.
Freiwillige Feuerwehr Aindling

Die Hautflügler umfassen mehr als 115000 bekannte und weniger bekannte Arten von Bienen, Wespen und Ameisen.
Sie reichen von den winzigen Zwergwespen mit nur 0,2 mm Körperlänge bis zu wahren Giganten wie der 6 cm großen Grabwespe. Beeindruckend ist die teilweise hoch entwickelte Sozialstruktur. Von den jährlichen Sommerstaaten der
Wespen über den Superorganismus eines Honigbienenvolkes bis hin zu den gewaltigen Netzwerken aus Hunderten
von Nestern einer Ameisenart ist der "Insektenstaat" ein faszinierendes Phänomen.

Hymenopteren üben eine wichtige Bestandsregelung bei Ernte- und Forstschädlingen
aus und bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Wespen unterstehen dem
allgemeinen Schutz, eine Vielzahl von Arten sogar einem besonderen Schutz.

Freiwillige Feuerwehr Aindling

Das heißt, ohne einen triftigen Grund dürfen Nester nicht entfernt werden. Bei der Umsiedelung oder gar Beseitigung eines Hornissen- oder Hummelnestes ist ein Antrag auf Befreiung von den artenschutzrechtlichen Verboten erforderlich



Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen


Wir kennen es. Jedes Jahr aufs Neue haben wir in den Sommermonaten am Süssen naschende Wespen oder es krabbelt und summt unterm Dach, auf dem Schulhof oder auch im Kindergarten. Ein Wespen-, Hornissen- oder Hummelnest wohnt als Untermieter. Alle sozialen Wespen- und Hummelarten bilden im Gegensatz zu der Honigbiene ein nur für wenige Monate bestehendes Volk. Häufig ist nicht bekannt, dass Wespen durch die Bejagung von Ernte- und Forstschädlingen eine ökologisch und ökonomisch wichtige Bestandsregulation ausüben.
Der Bekämpfung störender Nester sind jedoch Grenzen gesetzt, denn die Hornissen (Vespa crabro) und die Hummeln (Bombus spec.) sind nach § 20 BNatSchG besonders geschützt. Sie dürfen grundsätzlich nicht ohne besondere Genehmigung durch die Obere Naturschutzbehörde bekämpft werden.

Die Feuerwehr rückt zu Wespennestern u.ä. nur dann aus, wenn eine  Gefahr vorliegt. Eine Gefahr durch Hymenopteren ist dann gegeben, wenn die Nutzer einer Einrichtung in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind und sich dadurch vor dem Insektenbefall nicht ausreichend schützen können. Dies ist z.B. in Schulen, Kindergärten und Altenheimen gegeben.

Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Hautflügler vorstellen:

Sandbiene (Ardena): sandbiene11

Der Nestzyklus der Sandbienen erstreckt sich von Mai bis August. Sandbienen graben an sandigen Plätzen (z.B. Spielplätze, Kita) Gänge in den Boden und richten hierin ihre Nester ein. Erkennbar sind die Nester an vielen kleinen Löchern im Boden an deren Eingang sich kleine Sandhügel befinden. Von Sandbienen geht im allgemeinen keine Gefährdung aus. Sie stehen unter Naturschutz und ihre Nester können nicht umgesetzt werden.


Mauerbienen (Hoblitis,Hoplosmia,Osmia): mauerbiene
Sie legen ihre Eier in vorhandene Risse und Hohlräume im Mauerwerk ab. Der Nestzyklus erstreckt sich hier ebenfalls von Mai bis August. Auch von Mauerbienen geht im allgemeinen keine Gefährdung aus. Sie können nicht umgesetzt werden.



Hummeln (Bombus): hummenl
Hummeln bauen ihre Nester oft in Erdhöhlen und anderen unterirdischen Hohlräumen. Der Nestzyklus erstreckt sich von März bis August. Die Königin baut die erste Wabe aus Wachs und zieht dort die erste Generation von Arbeiterinnen heran und stirbt im Herbst. Königinnen sind die größten Tiere innerhalb eines Volkes. Ein Volk besteht bei Hummeln aus ca. 300 Tieren. Hummeln ernähren sich und ihre Brut mit Pollen und Nektar. Erkennbar sind sie an ihren zwei gelben Streifen und dem weißen Hinterteil.


Wespen (Vespinae): wespe
Bei den Wespen wird zwischen den Feldwespen die sehr selten sind, den Langkopf- sowie den Kurzkopfwespen unterschieden. Der Unterschied zwischen der Langkopf- und der Kurzkopfwespe besteht im Abstand vom unteren Augenrand bis zum Kauwerkzeug und ist für den Laien schwer zu erkennen. Der Nestzyklus der Langkopfwespe beginnt im Mai und dauert ca. zwei Monate. Sie bauen etwa fußballgrosse hängende Wabenetagen (Nester) aus einer papierartigen Holzmasse (zerkleinertes Holz mit Speichel vermengt). Hat das Nest bereits die beschriebene Größe erreicht ist eine Umsetzung wenig sinnvoll, weil der Nestzyklus ohnehin bald beendet ist. Die Kurzkopfwespe hingegen baut ihr etwa doppelt so großes Nest hauptsächlich im Erdreich. Der Nestzyklus beginnt im April und dauert bis Ende Oktober. Wespen sind Allesfresser (Aas, erbeutete Insekten, süße Pflanzensäfte, Lebensmittel) und ein Nest kann 1.000 bis 10.000 Tiere beherbergen.
Wespen benutzen Ihr Nest nie mehrmals. Es kann aber gut sein, wenn ihnen ein Standort besonders gut gefällt das sie da wieder neu bauen.

Hornissen ( Vespa): hornissen1
Der Nestzyklus der Hornissen beginnt im Mai und endet im Oktober. Ein Hornissenvolk besteht aus 300 bis 1.000 Tieren. Sie ernähren sich von Insekten und von Pflanzensäften - nicht von Ihrem Frühstück! Hornissen sind etwa 3-4 cm groß, Wespen etwa 1-2 cm, und an ihrer bräunlich-gelben Färbung gut zu erkennen. Hornissen weisen eine schwarz-gelbe Färbung auf. Hornissennester können frühestens ab Mitte Juni umgesetzt werden.
Besonders die Hornisse ist wegen ihres angeblich lebensgefährlichen Stiches gefürchtet - bereits 7 Stiche sollen ein Pferd töten können heißt es im Volksmund, wohingegen die Hummel harmlos sei da sie nicht stechen könne.

Alle sozialen Wespen, Bienen und Hummeln können stechen.
Ihre Stiche sind schmerzhaft, aber nicht besonders gefährlich oder gar tödlich.
Kühlende Umschläge können hier den Schmerz- und Juckreiz lindern.
Nur Stiche im Mund oder Rachen können aufgrund der Schwellung lebensgefährlich sein und müssen sofort in ärztliche Behandlung. Zögern Sie nicht und rufen sofort den

Notruf 112 

Für Menschen ( 2 - 3 %) mit einer Insektengiftallergie kann ein einziger Stich dieser Art jedoch lebensbedrohliche Reaktionen hervorrufen. Rufen Sie sofort den

Notruf 112

Bei Bienenstichen entfernen Sie so schnell wie möglich den Stachel. Der Stachel der Biene ist ein Verteidigungswerkzeug und kann gegen die Chitinpanzer feindlicher Insekten mehrfach verwendet werden.
In unserer elastischen Haut verhakt sich der Stachel, so dass die Biene ihn nach dem Stich nicht mehr herausziehen kann. Die Biene reißt sich beim Abflug den gesamten Stechapparat aus dem Hinterleib und verendet an dieser Verletzung. Der Stechapparat pumpt weiter das Gift. Je schneller sie den Stachel aus der Haut entfernen, desto weniger Gift gelangt in die Wunde.

Wie kann man sich vor Stichen schüzen:
Halten Sie Abstand von Abfalleimern, fauelm Obst und Komposthaufen.
Vermeiden Sie im Freien süße Getränke und Speisen -  und falls man nicht wieder stehen kann decken Sie die Gläser oder Speisen ab.
In weiten Kleidungsstücken können sich Hautflügler leicht vefangen und bekommen Panik.
Hautflügler mögen keine Parfums und parfumierten Kosmetika und werden darauf leicht aggresiv.
Falls Ihnen ein Hautflügler mal zu nahe kommt, vermeiden Sie hektische Bewegungen.
Vermeiden Sie barfuß über Wiesen zu laufen.

Wir wünschen Ihnen wunderschöne Sommertage.

Bei weiteren Fragen helfen wir gerne weiter.